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Kampfkunst Saja

Saja: Löwe steht für Disziplin und Respekt

Was genau ist eigentlich Kampfsport? Wann sprechen wir von einer Kampfkunst? Gibt es Unterschiede? Welches Bild hat man im Kopf, wenn man an Taekwondo denkt?

Sundern Kampfkunst

Saja Taekwondo

Selbstverständlich verbindet jeder Mensch erst einmal etwas anderes mit dem koreanischen Kampfsport. Trotzdem dürften bei den Meisten Bilder von Menschen in weißen Anzügen durch den Kopf gehen, schwarz gegürtet, die mit den Füßen aus einem Sprung heraus Bretter zerschlagen oder dick gepolstert in einem Vollkontakt-Kampf gegeneinander antreten. Das ist Taekwondo als Kampfsport.  

Taekwondo ist jedoch auch Kampfkunst. Wie erreicht man die im Kampfsport so offen zur Schau gestellten Leistungen? Niemand zerschlägt einfach so dicke Bretter, Ziegeln oder andere massive Materialien mit Füßen oder Händen. Ein bisschen Sport und Technik reichen dafür nicht aus, auch nicht mit viel Übung. Der Kampfsport ist nur möglich, weil die Kampfkunst vorhanden ist. Taekwondo macht mehr mit den Trainierenden. Im Laufe vieler Jahre des Trainings werden Körper und Geist gleichermaßen trainiert. Und dann sprechen wir von einer Kampfkunst.

Kampfkunst Saja: Löwe auf koreanisch

Auch wenn die beiden Begriffe im allgemeinen Sprachgebrauch synonym sind: Bei der Kampfkunst liegt der Fokus auf der Vermittlung traditioneller Werte. Die innere Haltung wird im Training geschult, das passiert beim Üben der einzelnen Techniken im Kampfsport fast nebenher.

Taekwondo Saja

Training findet regelmäßig statt, erfordert Pünktlichkeit, Konzentration, Miteinander. In diesem regelmäßigen Miteinander schulen die Trainierenden ganz nebenbei auch den Geist. Fünf Grundsätze stellte General Choi Hong-hi, der als Begründer des Taekwondo gilt, auf:

– Höflichkeit
– Integrität
– Geduld
– Selbstdisziplin
– Unbezwingbarkeit 

Der Eid, den der General aufstellte, kennen die Schüler und Schülerinnen nur zu gut, denn sie lernen ihn mehr oder weniger explizit im Training kennen:

– Ich halte die Grundsätze des Taekwondo ein.
– Ich achten meinen Trainer und alle Höhergestellten.
– Ich werde Taekwondo niemals missbrauchen.
– Ich setze mich für Freiheit und Gerechtigkeit ein.
– Ich setze mich für ein friedliches Miteinander ein. 

Das sind Werte, die wir nicht explizit aus der Kampfkunst kennen, sondern auch aus anderen Bereichen der asiatischen Kulturen. 

Kampfsport Saja

Wie die meisten asiatischen Kampfkünste beruft sich Taekwondo gerne auf die Tradition. Kann man bei einem Kampfsport, der erst etwa 70 Jahre auf dem Buckel hat, von so etwas sprechen? Ist das legitim, wenn man diesen Anspruch abgleicht mit der Geschichte des Kung Fu, die im 7. Jahrhundert begann, oder des Karate, das sich immerhin bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt?

Saja Iserlohn

Saja – der koreanische Löwe

Man kann. Denn Taekwondo entstand nicht aus dem Nichts heraus, sondern baut auf einer alten Kultur auf. Und die wurde immer wieder aus China und Japan befeuert, erhielt Anregungen und Einflüsse aus anderen Ländern.

Korea war nie Nord- und Südkorea. Das Land hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich, im Laufe der Jahrtausende waren die verschiedenen koreanischen Gebiete mal unabhängig, mal unter chinesischer und mal unter japanischer Herrschaft. Die Armeen aus den Nachbarländern brachten Handwerker und Künstlerinnen, Priester und Bauern mit, die auf dem Gebiet des heutigen Korea siedelten. Gelehrte und Wissenschaftler ließen sich im eroberten Gebiet nieder. Es fand ein reger Austausch statt. Auch in friedlichen Zeiten bestanden Handelsbeziehungen über den gesamten asiatischen Kontinent.

Taekwondo entwickelte sich in Korea in der Mitte des 20. Jahrhunderts, zu großen Teilen ist der Kampfsport auf das japanische Shôtôkan-Karate zurückzuführen. Aber auch andere Karatestile und Judo fanden Einfluss in die Faust- und Fußtechniken. Die Basis aber bildet die geistige Haltung: Taekwondo mag als Angriff taugen, als Selbstverteidigung Sinn machen. Es wird trotzdem aus der Haltung heraus, es nie anwenden zu wollen, trainiert. Es steht in der Tradition des Buddhismus und lehrt, vereinfacht ausgedrückt, ein Leben ohne Gewalt und frei von Aggression. Jedem Lebewesen gebührt Respekt.

Saja: Der Löwe tanzt!

Korea hat eine lange Tradition des Kampfsports, der sicherlich auch Einfluss auf die Entwicklung des Taekwondo hatte. Taekgyeon wird schon im 18. Jahrhundert erwähnt, ist aber vermutlich viel älter. Es ist eine der wenigen tänzerischen Kampfarten und kennt eine sehr große Zahl an Fuß- und Handtechniken. Und weil man Korea nicht nur den Kampf tanzt, sondern auch das Theater, sind wir jetzt beim tanzenden Löwen, dem Saja, daher auch unser Thema Kampfkunst Saja. Allerdings darf man sich hier keinen wortwörtlichen Löwen vorstellen. Der Saja des koreanischen Tanztheaters sieht ein bisschen wie die chinesischen Löwenhunde aus: Die Mähne erinnert an dem majestätischen Saja zwar entfernt an einen Löwen, aber das Gesicht des Saja ist niedlich gehalten, es könnte auch das Gesicht eines Pekinesen sein.

Taekwondo Saja

Taekwondo Kinder Sundern

Im Tanztheater speilen die Farben eine wichtige Rolle. Der Saja wird deshalb (abhängig von der Region) immer in einem feststehenden Farbencode dargestellt: Mal dominiert Rot, mal dominiert Weiß oder Orange Fell und Mähne. In einigen wenigen Fällen sind auch die fünf Farben für das Fell des Saja gewählt, die die fünf Richtungen darstellen. Aber (fast) immer wird der Saja von zwei Tänzern gebildet: Einer kontrolliert mit seinen Händen den Kopf des Saja, der andere bildet in gebückter Haltung Körper und Hinterteil.

Saja im Taekwondo

Der Saja ist im koreanischen Tanztheater der Beschützer des Buddhismus und seiner Lehren. Dargestellt wird das in einer Art Geschichte. Der tanzende Löwe schnappt dreimal in die Luft, um so die verkörperten Lehren des Buddhismus von bösen Dämonen zu befreien. Die Dämonen werden also aufgefressen und können den Lehren des Buddhismus (in der Regel durch einen Mönch dargestellt, der fehlhandelt) nichts anhaben. Anschließend springt der Löwe dreimal hoch in die Luft, um dem Gott des Himmels von dem Geschehen zu berichten. Dann springt der Saja dreimal nur ganz wenig vom Boden ab, um dem Gott der Erde vom Geschehen zu berichten.

Kampfsport Saja

Korea Kampfkunst Saja

Diese einfache Erzählung wird in den verschiedenen Regionen Koreas immer wieder mit anderen Kostümen und in anderen Choreographien dargestellt. Aber der Kern bleibt gleich: Der Saja, der Löwe, verteidigt die Grundsätze des Buddhismus, das Dharma. Im Tanz des Saja sehen wir die kulturelle Schönheit Koreas in ihrer ganzen Tragweite, in der Verbindung des körperlichen Tanzes und der Grundprinzipien des Buddhismus. 

Kampfkunst Sundern

Wie bei jeder anderen Kampfkunst auch gilt beim Taekwondo: Ich lerne zu kämpfen, damit ich nie kämpfen muss. Kinder, Jugendliche und Erwachsene üben nicht nur körperliche Fähigkeiten im Training. Sie lernen auch, eine friedfertige Geisteshaltung anzunehmen und Respekt vor jedem Menschen zu haben.

Selbstverteidigung Sundern

Selbstverteidigung Iserlohn

Im Training stehen aber keine geistigen Übungen im Mittelpunkt, sondern die körperliche Ertüchtigung. Neben gymnastischen Übungen zum Dehnen geht es um Kraft und Ausdauer, um Koordination und Gleichgewicht. In Sundern und Iserlohn lässt sich Taekwondo hervorragend trainieren – mit allem was dazugehört! Kampfsport und Kampfkunst ist hier eins.

Kampfsport Iserlohn

Fans der koreanischen Kultur würden sich natürlich freuen, in Sundern und Iserlohn einen original koreanischen Tanz mit Saja sehen zu können … Damit können die beiden Städte allerdings nicht dienen. Kulturell haben sie trotzdem eine Menge zu bieten.

Kampfsport Kinder Sundern

Taekwondo Saja Sundern

Von Sundern aus ist man in einer guten Stunde Fahrtzeit in Bochum, von Iserlohn aus sind es sogar nur etwa 40 Minuten. Wer sich für die Kulturen Asiens und insbesondere Korea interessiert, sollte sich an der Ruhr-Uni Bochum etwas umsehen. Denn die Koreanistik, ein in Deutschland nur selten unterrichtetes Fach, hat hier eine lange Tradition. Die Korean Studies sind auch für Gasthörer offen – wer also aus Sundern oder Iserlohn kommend das Interesse hat, wird mehr über das faszinierende Land erfahren.

Sundern gehört zum Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen und ist mit 27.500 Einwohnern und Einwohnerinnen überschaubar. Die Stadt selbst besteht aus 16 Ortschaften und wird von den Flüssen Röhr und Sorpe durchflossen. Westlich von Sundern liegt der Sorpesee, ein angenehm gestaltetes Naherholungsgebiet. Fast das gesamte Stadtgebiet von Sundern liegt im Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Vermutlich wruden schon vor dem 10. Jahrhundert Teile des heutigen Stadtgebiets von Sundern besiedelt, erwähnt wird der Ort selbst allerdings erst um 1310 herum.

Kampfkunst Saja Sundern

Nicht weit von Sundern entfernt befindet sich Iserlohn im Märkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Auch Iserlohn ist eine alte Stadt, die ersten Siedlungsspuren sind mehr als 1.000 Jahre alt, die Stadt selbst wurde vor etwa 770 Jahren gegründet. Mit 93.000 Einwohnern und Einwohnerinnen ist Iserlohn deutlich größer. Auch in Iserlohn befinden wir uns in „Metallgebiet“, die Metallweiterverarbeitung prägt die Wirtschaft. Bekannt wurde Iserlohn allerdings durch Eishockey: Hier sind die Iserlohn Roosters zu Hause! Iserlohn hat, anders als Sundern, eine eigene Hochschule. Allerdings ist die Fachhochschule Südwestfalen, wie sich die Hochschule in Iserlohn offiziell nennt, mit einem eingeschränkten Angebot versehen. Hier sind ingenieurwissenschaftliche, informationstechnische und betriebs- sowie agrarwirtschaftliche Studiengänge zu Hause.

Kampfsport Sundern

Saja Sundern

Iserlohn Kampfsport

Umgeben von großen Waldflächen und von Lenne und Ruhr durchflossen, findet man auch in Iserlohn noch viel Natur. Eine Gliederung in Stadtgebiete, wie das bei Sundern der Fall ist, kennt Iserlohn nicht. Spuren der früheren Stadtgeschichte finden sich jedoch im gesamten Gebiet der Innenstadt sowie in den Randbezirken. Zwar gab es im Mittelalter und in der frühen Neuzeit einige schwere Stadtbrände, aber die konnten nicht alles zerstören. Fachwerkhäuser, alte Stadttore und andere historische Gebäude zeugen von der wechselhaften Geschichte.

Mehr Infos über koreanische Kampfkünste und Kurse unter www.sportakademie-dyo.de